Montag, 16. August 2010

2. SiFa- Lehrgang in Haan

(N.N.) Wir, die Klasse FSB´61, waren von 12. - 16.07.2010 auf einem Lehrgang für Sicherheitsfachkraft (Präsenzphase III , Teil 1) bei der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) in Haan.

Am 12.07.2010 kamen wir alle vor 12 Uhr dort an.

Wir hatten wie in ‚P II' vor einem Jahr sehr viel Stoff bekommen und hatten auch an einigen Tagen viel Gruppenarbeit gemacht. Das war sehr gut um was anderes zu machen, als mit den Augen zu hören. Den ganzen Tag mit den Augen zu hören ist für uns sehr anstrengend und die Gruppenarbeit war eine Pause für die Augen.

Wie vor einem Jahr hatten wir auch 2 Gebärdendolmetscher bekommen und uns wurde auch viel über Beamer, Zetteln, Ständer etc. gezeigt (Visualisierung!).

Am Mittwoch, den 14.07.2010 stellte uns Herr Kamann am späten Abend eine Gruppe vor, die ‚P IV' machten und auch wie wir nebenberuflich Bautechnik studieren.
Sie erzählten uns, was sie in ‚P IV' machten und bereiteten sich auf die morgige Präsentation vor und wir erzählten ihnen unseren Ablauf, da sie nicht wussten was die Virtuelle Fachschule ist.
Sie mussten (jeder) den Praktikumsbericht präsentieren, aber vorher die Präsentation ins Powerpoint einfügen. Und viele wollten von uns einige Gebärden wissen, die wir ihnen auch zeigten.
Es war ein netter Abend.

Am nächsten Tag erfuhren wir, dass sie alle bestanden haben. Gratulation.
Am Donnerstag trafen wir am Abend noch mehr Leute aus der Gruppe draußen und wir plauderten etwas mit denen. Es war schön.

Diese Gruppe werden wir in ‚P III', Teil 2 (30.8- 03.09.2010) wiedersehen. Denn sie haben dann ‚P Bau'. ‚P Bau' ist Praxis und danach sind sie fertig.

Wir haben ‚P IV' im Juli 2011, gleich direkt nach der Zeugnisübergabe und ‚P Bau' nach den Ferien, jeweils 1 Woche. Dann haben wir es auch geschafft.

Jetzt müssen wir die Unterlagen von ‚P III' Teil 1 etwas lesen, da in Haan nur ein Teil davon erzählt wurde und werden auch die ‚S III' etwas bearbeiten. Irgendwann im Herbst/Winter beginnt unser Praktikumsbericht, da müssen wir innerhalb von 8 Wochen einen Bericht erstellen.

Die Mahlzeiten und Übernachtung waren wie immer Super. Wir bekamen 4 Mahlzeiten am Tag (Frühstück, Mittag, Kaffee/Kuchen am Nachmittag und Abendessen).
In den Pausen und in der Freizeit waren wir viel draußen, da es heiß war.
In den Pausen hatten wir unsere Füße im Brunnen (auf dem Vorplatz) abgekühlt, das war herrlich und schön erfrischend.
In der Freizeit hatten Boule gespielt, im Schwimmbad paar Bahnen geschwommen etc.

Es war eine schöne und lehrreiche Woche.

Montag, 5. Juli 2010

Tag der Begegnung 2010


(N.P.) Der "Tag der Begegnung" ist das größte Integrationsfest von Menschen mit und ohne Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr kamen rund 70.000 Besucher.

Am Sonntag, 27.06. 2010 fand der Tag der Begegnung zum ersten Mal in Grugapark in Essen statt (sonst in Xanten). Dort waren Informationsstände (viele Informationen über Sport, Wohnungen, Urlaub, Handicap, Therapie, Selbsthilfegruppe, Hilfsmittel (Rollstühle, Fahrräder usw.)) für die Behinderten, Basare (die Sachen und Bilder, die von den behinderten Menschen selbst hergestellt wurden), Tombola, Musikbühne, Theater, Gebärdenchöre, viele Spiele für Groß und Klein, Park mit Vorführungen. Natürlich wurde auch das WM-Spiel (BRD gegen England) gezeigt.

Uns hat die Mitmach-Aktion sehr beeindruckt, wo man mit dem Rollstuhl verschiedene Situationen (unebener Boden, hoch und wieder runter, einmal in Kreis drehen, hin und her Kurven) fahren, Fahrrad mit den Händen fahren, Schuh binden mit einer Hand (dort hat jemand uns einen Trick gezeigt ;-) ) und Bogen schießen konnte.
Das schlimmste war, wenn man 1,5 Promille Alkohol hat: Dazu hat man uns eine Brille gegeben und wir mussten einen Weg gehen so als Vorstellung. Ohne Unterstützung konnten wir den Weg nicht gehen, ich hatte Problem wegen Gleichgewicht und alles war mir vor den Augen hin und her verschwommen. Natürlich den Anderen auch.

Das Wetter war super und heiß, es war ein toller Erlebnistag.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

10 Jahre Virtuelle Fachschulen

(R.P.) Am 14.November 2009 fand am rwb-essen eine Festveranstaltung statt. Anlass war das 10-jährige Jubiläum der Virtuellen Fachschulen.

1999 startete der erste Jahrgang der Virtuellen Fachschule Wirtschaft. Seither sind die Virtuelle Fachschule Technik (FR Automatisierungstechnik) und die Virtuelle Fachschule Technik (FR Bautechnik) dazu gekommen.

Anwesend waren die Lehrenden und Fachschüler sowie auch Absolventen und die Mitarbeiter der wissenschaftlichen Begleitung (FST-Halle).

Wir haben einen kurzen Vortrag mit Powerpoint gehalten und den Bereich Bautechnik vorgestellt. Der Vortrag war in DGS, ein Dolmetscher für die Schwerhörigen und Hörenden war anwesend. Die Powerpoint-Präsentation haben wir gemeinsam erstellt.

Mittwoch, 2. September 2009

SiFa-Lehrgang in Haan

(FSB61) Wir, FSB´61, waren von 24.08 - 28.08.2009 auf einem Lehrgang für Sicherheitsfachkraft (P II) bei der Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) in Haan.
Wir sind die ersten Hörgeschädigten, die eine Sifa-Ausbildung machen.
Am 24.08.2009 ging um 13 Uhr mit dem Lehrgang los, vorher hatten wir in der Mensa im BG BAU Mittag gegessen, da an dem Tag auch die Anreise war.

Wir hatten innerhalb von einer Woche sehr viel Lernstoff bekommen, die wir zu Hause selber nachlesen und zum Üben etwas bearbeiten werden.
In Haan hatten die Dozenten uns viel erzählt, es wurde nebenbei auch visuell viel gezeigt (z.B. Folien über Beamer, Zetteln an den Ständern usw.) und wir hatten bei einige Aufgaben auch Gruppenarbeit gemacht.

Vor Ort waren auch 2 Gebärdendolmetscherinnen anwesend. Sie hatten sich alle 10-15 min. abgewechselt und hatten SUPER übersetzt. Hier nochmals DANKE. Die Dozenten hatten mit uns erste positive Erfahrungen gesammelt, da sie vorher keinen Kontakt zu den Hörgeschädigten hatten.

In der Freizeit waren wir viel unterwegs bzw. hatten viel zusammen unternommen (z.B. Schwebebahn in Wuppertal, Haan etwas besichtigen) und im Haus BG Bau etwas Sport gemacht (Fitness, schwimmen, Kegeln etc.) usw. )

Die Übernachtung und das Essen waren super. Das Personal wurde wegen uns gut informiert. Die Zusammenarbeit hat gut geklappt, weil sich alle bemüht haben. Nächste Jahr sind wir wieder in Haan und machen P III.

Virtuelle Fachschule - Persönlicher Bericht Nr. 7

(H.E.) Ich komme aus Ostwestfalen, bin 35 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Kinder. Ich bin von Geburt an gehörlos. Nach meinem Realschulabschluss in Dortmund (1992) bekam ich einen Ausbildungsplatz als Bauzeichner beim Landesstraßenbauamt (jetzt Straßen NRW) in Bielefeld. Diese Ausbildung hatte ich im Jahre 1995 erfolgreich abgeschlossen und wurde auch zugleich bei diesem Amt übernommen. Meine Aufgaben sind: Cad-Zeichnungen, Lärmschutzwand (LSW), Tunnelbau, Brückenbau, Massenberechnung usw.

Nach beendeter Ausbildung wollte ich mich auch weiterbilden z.B. als Bautechniker. Ich habe ca. 10 Jahre dafür gekämpft. Es gab mehrere Gespräche zwischen meiner Firma, dem Integrationsamt, wegen den Kosten und mir. Im Jahre 2005 habe ich mich entschlossen beim ILS (Fernstudium) in Hamburg zu bewerben, zuerst habe ich 6 Wochen Probephase bei ILS mitgemacht. Ich fühlte mich sehr unwohl, keine Motivation, keine Teamarbeit, kein Austausch, machte mir nur Druck. Die Materialien sind OK, aber außer Englisch, da musste ich per Hörspiel-CD lernen, obwohl ich gehörlos bin. Diese Form von Studium passte nicht zu mir. Im Jahre 2006 sagte mir ein Bekannter, dass die Fachschule Bautechnik in Essen ein neues Projekt startete. Diese sind speziell für hörgeschädigte Menschen geplant. Ich habe mich sofort am rwb-Essen angemeldet.

Seit September 2006 gehe ich zur Virtuellen Fachschule für Bautechnik am rwb in Essen-West. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, weil es für mich ungewohnt ist, wieder zur Schule zu gehen. Dann habe ich mein Zeitmanagement geändert. Seitdem läuft es bei mir viel besser. Nach Präsenz nehme ich mehr Zeit für meine Familie und Freunde.

Mein Bruder (gl) hat auch in rwb-Essen seinen Fachausbildung geschafft. Bei ihm war die Schule aber nur in den Ferienwochen (z.B. Ostern, Sommer und Herbst). Das rwb hat sein Konzept geändert: Jetzt findet der virtuelle Unterricht statt. Dienstags- und donnerstags ist um 20 Uhr Chat-Unterricht angesagt. Es ist für mich sehr angenehm, weil mir die Zeit sehr gut passt. Ich muss nicht extra nach Essen fahren. Zweimal im Monat fahre ich zur Präsenz-Unterricht nach Essen. Es macht mir viel Spaß, besonders, weil wir ein sehr gutes Team sind, die Dozenten und die wissenschaftliche Begleitung der FST!
Auch sehr wichtig, dass wir im Team über Unterrichtstoffe die Probleme gemeinsam austauschen und lösen können. Bis jetzt hat mir der verschiedene Unterrichtstoff Spaß gemacht. Sie bereiten mir manchmal noch Schwierigkeiten, aber ich bin froh, dass wir ein gutes Team sind und wir uns gegenseitig unterstützen. Toll finde ich auch Exkursionen, dort wird mehr das Praktische erklärt. Dann erkenne ich die Zusammenhänge.

Warum ich zur Fachschule Bautechnik gehe: Ich wollte mich weiterbilden, mein Wissen erweitern. Mein Arbeitgeber gab mir auch seine Empfehlung. Grund: In der Zukunft wird keine oder nur noch wenige Bauzeichner/in eingesetzt. Aber auch neue/positive Erfahrungen und Austausch bringen mich weiter.

Meine Familie und Freunde haben mich bestärkt diese Ausbildung zu machen. Danke an Familie und Freunde! Vor Beginn der Fachschule habe ich ehrenamtliche Tätigkeit (Verein) und Nebentätigkeit (Gebärden) ausgeübt. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal nur für die Schule. Nach beendeter Fachausbildung sehe ich weiter, was ich tun werde. Ich bin jedenfalls sehr optimistisch! :-)